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Menschenrechtspreis für das „Bistro Mauthausen Memorial“

MAUTHAUSEN/GALLNEUKIRCHEN. Mit Stolz und großer Freude durften die Mitarbeitenden im „Bistro Mauthausen Memorial“ am 9. Dezember 2016 im Linzer Landhaus den Menschenrechtspreis des Landes Oberösterreich aus den Händen von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer entgegen nehmen. „Wer Mensch ist, hat auch Menschenrechte. Diese Überzeugung erweist sich heute als kraftvoller Orientierungswert für die Humanisierung unserer Welt. Dass diese Humanisierung der Welt viele Gesichter haben kann, zeigen die diesjährigen Preisträger“, erklärte Pühringer. 

„Bedachte Gastfreundschaft“
Das „Bistro Mauthausen Memorial“ wurde 1. März 2016 eröffnet. Vier Menschen mit Behinderung bringen im Gastronomiebetrieb der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ihre individuellen Fähigkeiten ein und sammeln – mit Unterstützung von professionellen Gastronomiefachkräften – wertvolle Erfahrungen im Arbeitsleben und sozialen Umfeld. Sie bereiten Speisen in der Küche zu, sind im Service tätig und befüllen die Getränkeautomaten in der gesamten Gedenkstätte. Neben Snacks, Suppen und Sandwichs sowie kalten Getränken, Kaffee, Tee und Kuchen gibt es im Bistro spezielle Angebote für Schülerinnen und Schüler, aber auch Erwachsenengruppen.

Unter dem Titel „bedachte Gastfreundschaft“ trägt das neue Gastronomiekonzept des Diakoniewerks dazu bei, dass in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Vorurteile und Barrieren abgebaut werden und ein partnerschaftliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht wird. Auch ein achtsamer bzw. bedachter Umgang mit den vor Ort verwendeten Lebensmitteln – sprich Regionalität, Saisonalität und Einfachheit – spielt eine große Rolle.

Zeichen setzen für solidarische Gesellschaft
Für ihn ist die Umsetzung dieses Modelles am Standort Mauthausen ein Meilenstein auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft: „Im Sinne der gleichberechtigten Teilhabe gehen wir von einer Gesellschaft aus, die unabhängig von Behinderung, Hautfarbe, Religion, etc. gleich an Rechten und Chancen ist. An diesem Ort setzen wir ein Zeichen gegen ein faschistoides Herrschaftssystem, das damals Menschen als minderwertig und lebensunwert eingestuft hat und treten damit für eine solidarische Gesellschaft ein. Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen erinnert uns daran, dass es einen bedachten Umgang mit unseren Ressourcen und einen achtsamen Umgang miteinander braucht.“